Archiv des Autors: Gemeindemarketing Leck

Fahrerteam sucht Verstärkung

Erschienen im nft am 19.06.2017

Bürgerbusse in Südtondern

Jochen Hintz wünscht sich noch mehr Kollegen am Bürgerbus-Steuer

Der Bürgerbus in Ladelund bleibt ein echtes Erfolgsmodell: „Wir steuern rasant auf den 50 000. Fahrgast zu“, sagt Heike Prechel, Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Ladelund. Viele Fahrgäste (rund 80 pro Tag) sind das eine – ein großer Pool von ehrenamtlichen Fahrern das andere. Und generell hat Heike Prechel durchaus noch die eine oder andere Schicht hinter dem Lenkrad anzubieten.

„Krankheits- und urlaubsbedingt wird es manchmal ein wenig schwierig, den Einsatzplan zu füllen“, sagt die Vorsitzende und schiebt sofort hinterher: „Es gelingt zwar immer, weil unser Fahrerteam sehr bereitwillig im Notfall auch zusätzliche Einsatzzeiten übernimmt. Aber wir möchten das auf Dauer nicht zu sehr beanspruchen.“

Neue Fahrer sind also jederzeit willkommen: „Wer schon immer gerne Busfahrer werden wollte, hat bei uns die Gelegenheit dazu und das kostenlos – ein Busführerschein ist sehr teuer“, wirbt Heike Prechel für einen ehrenamtlichen Einsatz. Und die Dankbarkeit der Fahrgäste sei ein schöne Dreingabe zur guten Tat. Das werde in vielen Äußerungen oder sogar Briefen deutlich: „Ein herzliches Dankeschön den Busfahrern und -fahrerinnen, die ein wenig Lebensglück schenken“, stand etwa in einem Gruß an den Verein geschrieben.

Derzeit lenken 23 Fahrer und 12 Fahrerinnen den Bürgerbus – oder besser einen der Bürgerbusse. Denn inzwischen sind täglich drei Fahrzeuge im Einsatz; zwei Busse mit jeweils acht Sitzplätzen, darunter je ein Platz für Rollstuhlfahrer, zum Fuhrpark gehört zudem der „Mini-Bürgerbus“. Mit diesem E-Mobil werden Fahrgäste aus kleinen Nachbargemeinden abgeholt (und dorthin wieder zurückgebracht) sowie auf wenig nachgefragten Strecken als Anrufbus die Bürgerbusse ersetzt. „Um Fahrer im Bürgerbus zu werden, braucht man zunächst einen Führerschein und mindestens zwei Stunden Zeit pro Woche oder alle 14 Tage“, erläutert die Vereinsvorsitzende weiter. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht, zum Team im gehören Ehrenamtliche im Alter zwischen 37 und 76 Jahren – die Jüngste ist 37 Jahre und der Älteste 76 Jahre alt.

Notwendig ist ein Personenbeförderungsschein, dafür müssen die Freiwillgen bereits zwei Jahre einen Führerschein haben und sich einer Gesundheitsüberprüfung unterziehen. „Die Erlaubnis ist fünf Jahre gültig, alle Kosten übernimmt der Bürgerbus-Verein. Dafür wird mindestens ein Jahr Fahrdienst erwartet“, so Prechel. Gefahren wird von Montag bis Freitag, vormittags von 6.40 Uhr bis zirka 11 Uhr und nachmittags von zirka 14 Uhr bis 17.30 Uhr.

„Jeder entscheidet selbst über seine Einsatzzeiten“, betont Heike Prechel. Im Abstand von meistens sechs Wochen gebe es Fahrertreffen zum Besprechen der Dienstpläne – „wer nicht kommen kann, gibt seine Wunschtermine vorher durch.“ Neulinge hinter dem Bürgerbus-Steuer erhalten eine sorgfältige Einarbeitung, lernen Fahrzeug, Haltestellen und Fahrstrecken ausührlich kennen, erhalten eine Tarifschulung „und alles, was sonst noch dazu gehört.“ Start- und Endpunkt des Linienverkehrs ist Ladelund, Anfahrtskosten zu den Einsatzzeiten werden erstattet mit 30 Cent pro Entfernungskilometer.

Unter dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ sind seit Juli 2014 freiwillige Fahrer im Einsatz. Der Bürgerbus fährt im Auftrag der Autokraft und nennt sich selbst nicht ohne Stolz – „richtig ein kleines Verkehrsunternehmen“. Denn der Bürgerbus macht vieles für die Einwohner der ländlichen Gemeinden um Ladelund Gemeinden möglich, indem er sie verbindet.

Er bringt Kinder zum Spielen zu Freunden, Auszubildende zur Arbeit, Schüler früher nach Hause, Senioren selbstbestimmt zum Einkaufen, alle Altersgruppen zum Arzt, zu Behörden oder zur Freizeitgestaltung – und macht die Nutzer auch ohne ein eigenes Auto mobil. „In Leck am ZOB ist immer sehr zeitnah ein Umsteigen in die Schnellbusse nach Niebüll und Flensburg möglich.“ Die Vereinsvorsitzende lobt zudem die „sehr bereitwillige Unterstützung“ durch Werbepartner aus unserer Region und die beteiligten acht Gemeinden Achtrup, Bramstedtlund, Karlum, Ladelund, Leck, Sprakebüll, Süderlügum und Westre.

Heike Prechel: „Das Allerwichtigste und somit die Grundvoraussetzung für einen BürgerBus sind allerdings Menschen, die bereit sind, ein wenig Zeit am Steuer des Bürgerbusses zu verbringen. Wer etwas für andere tun möchten, gerne das Gefühl hätte, wirklich gebraucht zu werden – der oder die ist bei uns richtig.“ Mehr Infos gibt es unter Telefon 04666/989742 (von 6.30 bis 18 Uhr täglich erreichbar) oder per E-Mail an info@buergerbus-ladelund.de.

 

Integration in Leck

Erschienen im nft am 01.02.2017

Ibrahim Alsunaidars Kindheitstraum: Er ist endlich Busfahrer

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Flüchtling auf dem Fahrersitz: Seit drei Monaten fährt Ibrahim Alsunaidar mittlerweile schon den Ladelunder Bürgerbus.

Leck | Ein Stück weit war es Liebe auf den ersten Blick. Ibrahim Alsunaidar, Flüchtling aus Jemen, sah beim Lecker Straßenfest zum ersten Mal den Bürgerbus und war fasziniert. Dass ihn Ehrenamtliche fahren, um für mehr Mobilität auf dem Land zu sorgen, erfuhr er. Dass Fahrer gesucht werden. Und dass sich das Ladelunder Projekt zum Erfolgsmodell in der Region entwickelt hat. All das erzählte man ihm. Und schon kam ein alter Kindheitswunsch wieder hoch, der den 51-Jährigen immer schon beschäftigte: Busfahren als Herzensangelegenheit. So ergriff der Vater von sechs Kindern die Initiative und trat an Heike Prechel vom Bürgerbus-Team heran.

Die wiederum freute sich über das Interesse, denn Fahrer werden immer gesucht. Die ehemalige Lehrerin sah auch kein Problem darin, dass Ibrahim Alsunaidar, seit Ende 2014 wohnhaft in Leck, zwar fließend Englisch spricht, die deutsche Sprache aber nur recht holprig. Was man nicht kann, kann man lernen, so das Credo der beiden. Auch wenn damit viel Arbeit auf den Jemeniten zukommen würde.

Ibrahim Alsunaidar besaß zwar bereits einen EU-Führerschein, einen Personenbeförderungsschein galt es nun zu erwerben. Dafür musste er sich umfangreichen medizinischen Untersuchungen unterziehen, an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen und immer wieder pauken, pauken, pauken. Wichtige Vokabeln wie Gaspedal, Bremse, Seitenspiegel oder Rollator, Fahrschein, Sitzplatz. Auch büffelte er vorformulierte Sätze, die ihm im Umgang mit den Bürgern helfen sollten. „Bitte schnallen Sie sich an“, „Vorsicht beim Aussteigen“, „Schönes Wetter heute“ – was man als Fahrer im Alltag mit den Nordfriesen so benötigt.

Ibrahim Alsunaidar lernte alle 51 Haltestellen des Fahrplans mit Tariftabelle auswendig. Er übte sich darin, Telefonate mit der Fahrdienstleitung zu führen, was er anfangs wegen seiner noch geringen Sprachkenntnisse scheute. Am Ende aber meisterte er, der in seiner Heimat am Check-In eines Flughafens gearbeitet hatte, alle Hürden.

Bei seiner ersten Busfahrt standen ihm dann die Schweißperlen auf der Stirn, wie er erzählt. Doch alles lief gut, problemlos und unfallfrei. Inzwischen ist Alsunaidar seit drei Monaten im Bürgerbus-Team mit dabei. Jeden Dienstag- und Mittwochnachmittag sitzt er sichtlich stolz am Steuer. Die Aufregung ist gewichen, Routine eingekehrt. Der Hobby-Busfahrer kann sich mit den Fahrgästen verständigen – solange sie kein Plattdeutsch sprechen.

Die Resonanz auf den Asylbewerber am Steuer sei positiv, sagt Heike Prechel. „Die Fahrgäste schätzen seine freundliche, hilfsbereite Art.“ Auch wenn es zuweilen vorkommt, dass einige Bürger befremdlich reagieren, wenn sie ihn am Lenkrad sehen. Ob es Unsicherheit gegenüber allem Fremden ist oder Ängstlichkeit oder vielleicht sogar Ablehnung. Vor allem Teenager seien es, die ihm manchmal das Gefühl geben, als Fahrer nicht akzeptiert zu werden, sagt der Zugezogene und hofft, daran etwas ändern zu können. „Sie müssen mich vielleicht erst kennenlernen.“

Ibrahim Alsunaidar selbst muss auch noch so vieles kennenlernen. Für ihn, der ursprünglich aus der Millionenstadt Sanaa kommt und fünf Jahre in Kairo lebte, ist das Landleben eine Umstellung, das Fahren auf staufreien Landstraßen pure Erholung. „Die Ruhe“, sagt er, „ist das, was ich hier so mag.“

Alsunaidar will nach eigenen Angaben mit seinem ehrenamtlichen Engagement etwas von dem zurückgeben, was er selbst bekommen hat. Er will eine Aufgabe in der Gesellschaft haben, gebraucht werden. Sein Sohn ist in der Lecker Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Eine seiner Töchter gibt anderen Flüchtlingen Deutsch-Nachhilfe. Der 51-Jährige selbst will fahren – für einen guten Zweck. Ibrahim Alsunaidar wartet darauf, dass sein Asylantrag anerkannt wird und er für immer in Südtondern bleiben kann. Wenn dem so ist, möchte er sich einen Job suchen, Geld verdienen. Busfahrer, das will er dann hauptberuflich werden.

Süßes für den 40 000. Fahrgast

Erschienen im am 31.01.2017

 

Alla Khachatryan staunte nicht schlecht: Sie war der 40  000. Fahrgast des Ladelunder Bürgerbusses. Fahrer Klaus Neppert hatte gute Wünsche und einen Meter Schokolade für die junge Frau parat, die in ihrem Leben schon viele Kilometer zurückgelegt hat.

Im August 2015 ist Alla Khachatryan von Armenien nach Deutschland gekommen und wohnt mittlerweile in Ladelund. Sie besucht täglich einen Sprachkursus und fährt immer mit dem Bürgerbus von Ladelund nach Leck und zurück.

Auch sozial ist sie aktiv: Sie hilft anderen Asylbewerbern als Übersetzerin und begleitet sie häufig zu Arztbesuchen und zu Behörden. Zudem engagiert sie sich im Ladelunder Ortskulturring und bemüht sich zurzeit um einen Ausbildungsplatz zur Kauffrau für Büromanagement.

Hinter den Kulissen (2)

Fahrsicherheitstraining am 10. September 2016

Einmal jährlich veranstalten wir für unsere neuen Fahrerinnen und Fahrer ein Fahrsicherheitstraining. Wir freuen uns sehr darüber, dass der Fahrlehrer Herbert Cordsen nach wie vor bereit ist, sich ehrenamtlich für den BürgerBus Ladelund zu engagieren und die Leitung für dieses Training zu übernehmen.

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Das Training begann am 10. September um 9.oo Uhr mit einigen Stunden Theorie.

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Es wurden Vorfahrtsregeln wiederholt und besondere Gefahrenstellen auf den Bürgerbus-Strecken noch einmal ausführlich besprochen.

Nach einem späten gemeinsamen 2. Frühstück ging es mittags mit allen drei Fahrzeugen hinaus in den Schonraum auf ein ehemaliges Bundeswehrgelände.

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Zunächst wurde wieder Theorie vermittelt.

Jeder Teilnehmer lernte, den Fahrersitz für sich richtig einzustellen.

Anschließend musste jeder so oft eine Gefahrenbremsung durchführen, bis das Ergebnis zur Zufriedenheit ausfiel.

Im Ernstfall ist es enorm wichtig, dass jede Fahrerin und jeder Fahrer weiß, was zu tun ist!

Wie sich ein solches Bremsen anfühlt, erfuhren die Teilnehmer hautnah als Fahrgäste.

Wie sich ein solches Bremsen anfühlt, erfuhren die Teilnehmer hautnah als Fahrgäste.

Am Ende des Fahrsicherheitstrainings war die einhellige Meinung aller Teilnehmer, dass sich die investierte Zeit sehr gelohnt hat. Es war sinnvoll, das für die eigene Führerscheinprüfung gelernte Wissen wieder aufzufrischen und die BürgerBusse noch besser kennen zu lernen.

Ein großes Dankeschön an Herbert Cordsen!

„Achtruper Stuben“ – unsere neue Haltestelle!

Auf Wunsch von Achtruper Einwohnern wurde eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet.
Genannt haben wir sie „Achtruper Stuben“, da jeder weiß, wo das ist. Mit „Norderstraße“ hätten sicher nicht alle etwas anfangen können.

Ab sofort sind so auch unsere beiden Werbepartner „Achtruper Stuben“ und „Tanken und mehr“ sehr gut zu erreichen.

Auf dem gültigen Fahrplan ist die Haltestelle zwar noch nicht aufgeführt, aber sie wird bei Bedarf auf jeder Fahrt von Ladelund nach Leck und zurück angefahren.

Verabschiedung nach Spanien

Martina und Armin Fliegauf

      Fliegauf Armin

gehörten von Beginn an zu unserem Fahrerteam.

Armin Fliegauf hat außerdem unser Logo entworfen und war zuständig für die Einteilung der Werbeflächen auf den Fahrzeugen, die Herstellung unserer Folien mit den Logos und die der meisten fremden Werbefolien und für deren Aufbringung.
Für den neuen Fahrplan investierte er viele Stunden und gestaltete auch dessen Layout. Den reibungslosen Ablauf vor, während und nach den jeweiligen Fahreinsätzen gewährleisten die von ihm aufgestellten Checklisten.

Martina und Armin Fliegauf übernahmen auch den Einkauf und das Bedrucken der gesamten Fahrerbekleidung.
Sie engagierten sich beide in Arbeitsgemeinschaften innerhalb des Vereins. Armin Fliegauf gehörte darüber hinaus seit Februar 2015 dem Vorstand an und übernahm zunehmend die Vorstellung unseres Mobilitätsprojektes  auf Infoveranstaltungen und in Diskussionsrunden wie z. B. auf der Grünen Woche in Berlin in diesem Jahr.

Nun ist das Ehepaar nach Spanien gezogen. Es hinterlässt in unserem Verein eine große Lücke, die nicht ganz einfach zu schließen sein wird.

Einige Aufgaben wollen sie aber auch zukünftig – dann von Spanien aus – erledigen und uns so weiterhin unterstützen z. B. mit den Werbefolien, der Fahrerbekleidung, der Gestaltung für den nächsten Fahrplan und uns fällt bestimmt noch viel mehr ein, wie wir den Kontakt behalten können.

Dankeschön!

 

 

Auf dem Fahrergrillen im Juli haben wir uns für ihren ehrenamtlichen Einsatz bedankt und ihnen ein kleines Präsent überreicht.

Auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön!!!

Hinter den Kulissen (1)

Wer mit dem BürgerBus Ladelund, sei es als Fahrgast, als Sponsor oder auch nur zufällig als Beobachter in Kontakt kommt, der nimmt zunächst die Fahrzeuge wahr und dann die Fahrer. Diese sind unverzichtbar, denn ohne sie wäre der Busbetrieb nicht möglich.

Hinter den Kulissen gibt es aber weitere Menschen, die genauso wichtig für den reibungslosen Ablauf des Betriebes sind, deren Wirken jedoch für die meisten unsichtbar bleibt.

So müssen die Busse gewartet, gepflegt und gereinigt werden. Das Tanken und die tägliche schnelle Reinigung mit Besen und Schaufel erledigen die Fahrer im Anschluss an ihre Tour. Darüber hinaus sind jedoch intensive Reinigungen notwendig.

Wir hatten das große Glück, Menschen zu finden, die uns aus verschiedenen Gründen zwar nicht als Fahrerin oder Fahrer unterstützen können, dennoch aber gerne helfen wollen.

Die Ladelunder Angela Kaminski und Hans-Gerhard Wepner gehören dazu.
Regelmäßig reinigen sie die BürgerBusse gründlich und sorgfältig von innen. Das kann nur am Wochenende geschehen, wenn die BürgerBusse nicht unterwegs sind.

Es wird höchste Zeit ihr Wirken „im Verborgenen“ einmal öffentlich zu machen, hier vorzustellen und ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement ganz herzlich zu danken!

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Nach getaner Arbeit sind sie mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden.